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 Die WindClan-Chroniken

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Cay
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BeitragThema: Die WindClan-Chroniken   Mo Aug 08, 2011 5:14 pm

WindClan:
 





DonnerClan:
 

FlussClan:
 
SchattenClan:
 
Katzen außerhalb der Clans:
 


Hunde:
 
Andere Tiere:
 
Karte:
 


LEGENDE: schwarz=Clankatze
orange=Einzelläufer
blau=Streuner
violett=Hauskätzchen
dunkelrot=Hund
braun=ganz anderes Tier(ungefährlich)
gelb=ganz anderes Tier(manchmal gefährlich)
grün=ganz anderes Tier(Beute möglich)
rot=ganz anderes Tier(gefährlich)

So, hier nun die erten drei Teile des Prologs:

PROLOG:Die Prophezeiung, Teil 1

Der Mond war von dicken, schweren, grauen Wolken verhangen. Es würde noch mehr Schnee geben, obwohl der ganze Wald schon in einen dicken, weißen Mantel gehüllt war. Alle Tiere, die es vermochten, hatten sichin ihre warmen, schützenden Verstecke verkrochen.
Der ganze Wald schien verstummt zu sein. Kein Laut außer dem Stöhnen des Windes in der Heide war über dem Moor zu hören.
Doch-ein vom Wind gespenstisch verzerrter Schrei hallte über die leblose Weite und ließ einige Kaninchen in ihren Bauten zusammenschrecken.
Es war jener wortloser Schrei einer Katze, die große Schmerzen litt.

Jene Katze lag unter einem besonders dichten Heidebusch, unter dem kaum Schnee lag.
Neben ihr zeichneten sich im Halbdunkel die Siluetten zweier weiterer Katzen ab, einer dunkelbraun-gefleckten und einer rotbraunen.
"Gut machst Du das, Heidestern!", miaute der dunkelbraun-gefleckte, ein Heiler.
Doch Rotkralle, der rotbraune, sah die Besorgnis in den gelben Augen des alten Katers.
Besorgt leckte der Krieger das Fell seiner Anführerin und Geliebten.
Mühsam wandte die hübsche Kätzin ihm den Kopf zu.
Rotkralle erschrak, als er sah, wie erschöpft ihre blauen Augen blickten, glasig vor Schmwerz.
Panik brachte Rotkralles Herz beinahe zum Stillstand. Konnte dies ihr letztes Leben sein?
Krampfhaft bemühte der rotbraun Krieger sich, seine Gedanken auf die jetztige Situation zu konzentrieren, nicht weiter über ihre möglichen Folgen nachzudenken. Heidestern brauchte ihn jetzt! Seine Grübeleien würden ihr auch nicht weiterhelfen.
Ein erneuter Krampf durchlief Heidesterns Körper, ließ sie aufdtöhnen. Zum Schreien war sie schon viel zu erschöpft.
Als der Schmerz allmälich etwas abschwoll, sank ihr Kopf erschöpft mit geschlossenen Augen auf die Vorderpfoten.
Rotkralle fühlte sich so hilflos wie nie zuvor in seinem Leben. Konnte er denn gar nichts tun außer hier zu hocken, ihr Zärtlichkeiten und Mut zuzuflüstern, beruhigend auf sie einzuschnurren und auf ihre Kraft, den SternenClan und das Können des alten WindClan-Heilers zu hoffen?
Verzweifelt presste er seine in Heidesterns vertrautes Fell.
"Durchhalten, Heidestern! Du kannst es schaffen!", flüsterte er.
Er blickte in den grauen Himmel. Doch in dieser Nacht waren keine Kriegerahnen am Himmel zu sehen, niemand, der über die Katzen des Waldes wachte. Rotkralle kam sich so klein vor, so unendlich klein und machtlos.
SternenClan, wenn es Euch dort draußen irgenwo gibt, dann brauche ich JETZT eure Hilfe, mehr als je zuvor!, flehte er still.
PROLOG: Die Prophezeiung Teil2

Rotkralle wandte den Blick seiner grünen Augen wieder Heidestern zu. Verzweiflung kroch erneut in ihm auf, Zweifel an den Künsten des alten Heilers. Dabei hatte dieser schon so viele Katzenleben gerettet!
Trotzdem konnte und wollte der Krieger nicht einfach hier machtlos herumsitzen und Heidestern beim Leiden zusehen. Es MUSSTE doch etwas geben, was er tun konnte!
"K...kann ich nicht irgendetwas für sie tun?", presste er mit vor Angst und Sorge flacher Stimme hervor. Habichtherz wandte den Blick kurz von seiner Arbeit n und musterte ihn.
"Du hilfst ihr alleine mit deiner Anwesenheit am meisten. Aber doch- lauf SO SCHNELL du kannst ins Lager zurück- so schnell Du kannst, hörst Du?-. Suche Rindenpfote und sag ihm, er soll mir so viele Weberspinnen-Netze bringen, wie er kann. Außerdem soll er mir Hufflattich bringen und Mohnsamen...ach nein, die sind für Königinnen nicht gut...Wucherblume, für ihr Fierber und Lavendel ,Wachholderbeeren und Thymian. Hab ich was vergessen? Lass mich nachdenken..."
Doch seine Überlegung wurde von einem erneuten Stöhnen Heidesterns unterbrochen, woraufhin er eilig zu ihr zurück eilte.
" Also soll ich nach äh...Weberspinnennetzen, Huflattich, Wachholderbeeren und....", versuchte Rotkralle sich zu erinnern.
"Ja, genau, aber Du hast den Lavendel, die Wucherbluemen und den Thymian vergessen. Jetzt beeil Dich!"
Ängstlich warf Rotkralle einen letzten Blick auf Heidestern, die auf der Seite lag. Eine große, rote Blutlache war rund um sie zu sehen, zum Teil schon gefroren.
"Ich kümmere mich um sie, so gut ich kann. Vertraue mir, Rotkralle. Lauf jetzt, sonst ist alles zu spät!", miaute der alte Heiler als er den unsicheren Blick des jüngeren Katers bemerkte. Rotkralle seufzte, dann nickte er entschlossen. Er trat ein letztes Mal an Heidestern heran und presste seine Nase in ihr weiches Fell, sog ihren von Blut stark überlagerten Geruch ein.
Vielleicht sehe ich sie jetzt zum letzten Mal!, schoss es ihm durch den Kopf,zumindest lebend.
Als ob auch sie dies gedacht hätte, hob sie den Kopf und schlug die Augen auf, diese wunderschönen, strahlend blauen Augen. Schwach hob sie den Kopf und leckte ihm kurz übers Gesicht.
"Wenn wir uns jetzt zum letzten Mal sehen- kümmere Dich gut um unsere Jungen, Rotkralle. Ich liebe Dich, werde Dich immer lieben!", ihre Stimme war kaum mehr als ein HAuch als sie dies sagte.
"Nein!", flüsterte er verzweifelt, "NEIN! NEIN! NEEEEEEEEEEEEEIN!" Er schrie seine Verzweiflung in den Wind und dieser trug sie durch das Moor.
Rasend vor Schmerz und Trauer fühlte er plötzlich eine sabfte Berührung an seiner Schulter. Es war Habichtherz.
"Noch ist nichts zu spät, sie hat noch zwei Leben.",miaute der alte Heiler sanft.
"W-woher weißt Du das?", miaute Rotkralle leise.
"Heiler wissen so etwas.", erwiderte Habichtherz leise. Etwas lauter wiederholte er:"Noch ist nichts zu spät, NOCH nicht. DU kannst sie retten. Lauf so schnell Du kannst, rette das Leben Deiner Anführerin und- das Deiner Jungen."
Langsam nickte Rotkralle. Noch einmal presste er seine Schnauze in Heidesterns Fell.
"Stirb nicht, Heidestern, lass mich nicht allein! Halt nur noch ein bisschen durch, ich hole Hilfe!", flüsterte er mit neuem Mut.
"Sie ist eine starke Katze, sie kann es schaffen, wenn ihr nur früh genug zurück seid. Mehr als hoffen können wir zur Zeit nicht. Möge der SternenClan über sie wachen. Lauf jetzt, Du kannst es schaffen! SternenClan sei mit Dir!", miaute der Heiler.
Rotkralle nickte noch einmal.
"Danke Habichtherz!", miaute er mit einem respektvollen Blick, dann schoss er davon.
PROLOG: Die Prophezeiung, Teil3

Wie von selbst rannten Rotkralles Beine,spielten seine kraftvollen Muskeln unter dem rotbraunen, vom Schnee weiß bestäubten Fell. In seinem Kopf hallten Habichtherz' Worte wieder: "Noch ist nichts zu spät. DU kannst sie retten!"
Seine Pfoten flogen über den verschneiten Untergrund. Die Hoffnung verlieh ihm Flügel.
Doch der Sturm hatte andere Pläne als er. Schmerzhaft heulte er in den Ohren des Katers, wehte ihm Schnee und mörderisch kalte und spitze Eiskristalle ins Gesicht.
We eine unsichtbare Wand baute er sich vor dem Kater auf, doch dieser gab nicht auf.
Endlich, nach einer halben Ewigkeit, wie es ihm vorkam, konnte er die vertrauten Umrisse des Ginstergebüschs um die Kuhle schemenhaft erkennen, in der das WindClan-Lager lag.
Erleichterung ließ sein Herz leicht werden.
Hastig suchte er sich einen Weg durch die vertrockneten Ranken und lief auf direktem Wege zu dem großen Stein in dem sich, in einem großen Spalt, wie eine Höhle, der Bau des Heilers befand.
Sämtliche Windclan-Katzen hatten sich in ihre Bauten verzogen, so auch Rindenpfote.
Als Rotkralle durch die Schichten von Moos, getrocknetem Gras und Ähnlichem stolperte, die zum Schutz vor Schnee in den Eingang gestopft waren, fuhr er von seiner Arbeit hoch, irgendweche, Rotkralle undenfiniebare Beeren, zu zählen.
Hastig erklärte der Krieger ihm die Umstände und trug ihm die Bitte vor, mit ihm zu kommen. Zu seiner großen Erleichterung nickte Rindenpfote nur. Er schien noch recht erstaunt über die Dinge, die er gerade erfahren hatte.
Verzweifelt versuchte Rotkralle, sich an alle Kräuter und Beeren zu erinnern, die Habichtherz ihm aufgetragen hatte, bekam aber noch nicht einmal die Hälftte zusammen.
Doch mit Hilfe des Heilschülers und seiner guten Kentniss von Kräutern und Beeren brachen sie schließlich mit allem auf, was Habichtherz brauchte. Rindenpfote hatte sogar noch das ein oder andere ergänzt und alles sorgfältig zum Transport in große Blätter verpackt. Rotkralle war halb wahnsinnig geworden von der, ihm ewig vorkommenden Wartezeit.
Doch schließlich erreichten sie die Stelle, an der Heidestern lag.
Prolog:Die Prophezeihung, Teil 4
Habichtherz sah auf.
"Ihr seid wieder da", stellte er fest.
"Wie geht es ihr?", fragte Rotkralle ängstich sobald er sein Bündel mit Kräutern und Spinnennetzen abgelegt hatte, "Sind die Jungen schon da?"
"Nein", erwiderte Habichtherz, "es kann aber nicht mehr lange dauern...um ehrlich zu sein: es steht nicht besonders gut um sie...."
"Nein...",flüsterte Rotkralle.
"Noch ist nichts zu spät. Die Jungen suchen schon ihren Weg nach draußen...bald ist es so weit....Rindenpfote, komm hier neben mich und bring dein Bündel mit!", wies der Heiler seinen Schüler an. Doch dieser schien Schockgefroren zu sein seine Anführerin so zu sehen.
"Rindenpfote!", wiederholte Habichtherz ungeduldig und der Schüler stolperte zu ihm.
Plötzlich durchlief ein so heftiger Krampf durch Heidesterns Körper, dass sie in sich zusammensackte und das letzte bisschen Energie aus ihr herausschlüpfte.
"Was ist los?", rief Rotkralle. Panik umkrallte sein Herz, bohrte sich mit kleinen, fiesen, eiskalten Krallen hinein.
Heidesterns Kopf war kraftlos auf ihre Pfoten gesunken, sie schien nicht mehr zu atmen.
"Sie verliert ein Leben", murmelte Habichtherz und spukte ein paar Kräuter aus, die er grade zu einem Brei zerkaut hatte.
"Ja, aber...sie hat doch noch eins oder?", stieß Rotkralle mühsam hervor.
"Ja", erwiderte der Heiler und erteilte Rindenpfote weitere Anweisungen die der Schüler ohne Zögern erfüllte.
"Aber wieso atmet sie nicht?", fragte Rotkralle entsetzt.
"Wenn ein Anführer ein Leben verliert ist er für eine kurze Zeit so gut wie tot. Er geht dann zum SternenClan und wird Augenblicke später mit neuer Energie zurück geschickt, außer....", erklärte Habichtherz.
"Außer was?", presste Rotkralle hervor.
"Außer...etwas ist zu anstrengend, zu überwältigend dass es meherere Leben aufeinemal fortreißt...."
Der Knoten in Rotkralles Brust wuchs noch ein wenig mehr. Zu der nächsten Frage musste er sich wirklich zwingen."Und-ist es bei ihr so?"
"Das werden wir gleich sehen...ich vermute es nicht.Sicher sagen kann ich es aber auch nicht", antwortete der alte Heiler knapp.
Prolog: Die Prophezeihung; Teil 5
Ängstlich blickte Rotkralle auf das geliebte Gesicht. Es sah wie tot aus.
"Komm schon, Heidestern!", flüsterte er.
"Wenn sie nicht bald aufwacht, werden die Jungen ersticken weil sie zu lange ohne Sauerstoff waren", murmelte Habichtherz. Der Heiler zerkaute geschäftig Kräuter, mischte sie zu Pasten und gab seinem Schüler Anweisungen.
Rotkralle starrte auf Heidestern.
Sie MUSSTE es einfach schaffen!
"Wir müssen etwas tun, sonst ist es wirklich zu spät", knurrte Habichtherz. Er sah Rindenpfote an.
"Dies habe ich dor noch nie gezeigt. Es ist eine uralte Methode, die nur sehr, sehr selten angewandt wird, trotzdem muss ein Heiler sie seinem Schüler beibringen. Pass jetzt also gut auf."
Rindenpfote nickte mit vor Anspannung weit aufgerissenen Augen.
Habichtherz hob ein Bündel mit dem Maul auf und öffnete es behutsam.
Darin lagen merkwürdig geformte, spitz zulaufende Blätter. Der Heiler nahm sie ins Maul und zerkaute sie vorsichtig. Dann spuckte er die Paste wieder auf das Blatt zurück und mischte einige getrocknete Kräuter ud Blumen zu der Paste dazu. Er ging dabei sehr sorgfältig aber keineswegs langsam vor. Ansonsten wäre die Paste auch nach wenigen Minuten steif gefroren.
Schließlich schien er zufrieden und nahm ein wenig der Paste auf eine Pfote.
"Öffne bitte mit einer Pfote ihr Maul und halte es offen", bat er seinen Schüler. Rindenpfote jedoch schien sich zu zieren seine sonst so stolze und anmutige, eine unheimliche Sicherheit und tiefes Selbstbewusstsein ausstrahlende Anführerin so zu berühren.
"Mach doch bitte! SCHNELL!", rief Rotkralle, der vor Angst und Hilflosigkeit halb wahnsinnig war.
"Ruhig, Rotkralle, ruhig", murmelte der Heiler. Doch Rotkralle KONNTE und WOLLTE sich nicht "beruhigen".
Endlich bewegte sich Rindenpfote und tat, wie sein Mentor ihn geheißen hatte.
Der Heiler legte Heidestern die Paste auf die Zunge und verstrich sie sanft. Dabei massierte er ihr vorsichtig mit gleichmäßigen Bewegungen den Bauch.
Plötzlich fuhr ein starkes Zucken durch den schlaffen Körper der Königin. Wie eine Welle breitete sich die Energie aus. Und dann öffneten sich die Augen. Diese herrlichen Augen, die einer der unendlich vielen Gründe waren, wegen der Rotkralle sich in sie verliebt hatte. Sie waren gewöhnlich klar und zeigten immer genau ihre Gefühle und Gedanken-wenn man sie kannte.

Und dann war plötzlich das erste Junge da; ein winziges Häufchen das hinter Heidestern in einer Blutlache, die gleich gefror, auf den steinhart gefrorenen Boden fiel. Habichtherz eilte gleich zu ihm, doch Rotkralle sah es schon an seinem Gesicht, der Heiler brauchte nichts zu sagen; Rotkralle wusste Bescheid.
"Nein....", flüsterte er.
"Rotkralle?", er registrierte die leise Stimme hinter sich kaum.
"Was ist los?", fragte Heidestern leise. Die Kraftwelle, die mit dem neuen-und dem letzten-Leben gekommen war, hatte sie noch einmal richtig lebendig gemacht. Doch unter den ungeheuren Anstreungen der Geburt war sie schon fast wieder aufgebraucht.
"N-nichts!", stammelte er auf das Nicken des Heilers hin. Heidestern sollte es nicht wissen-es hätte ihr den Rest gegeben.
Beruhigt ließ die Königin ihren Kopf wieder auf die Pfoten sinken.
Rotkralle wandte dem Blick wieder dem leblosen Bündel zu, das eigentlich sein und Heidesterns erstes Junge hätte sein sollen-es war tot. Habichtherz hatte zu lange gewartet.

Noch zwei weitere tote Junge gebar Heidestern.
Doch dann kam das vierte und bei weitem kleinste Junge.
Es war ein kleiner Kater; braun-getigert mit etwas braunrot, so wie Rotkralle.
Und er atmete.
Sofort begann Habichtherz, ihn zu lecken um den Kreidlauf anzuregen.
Und während das Junge immer mehr ins Leben hineinfand, ließ seine Mutter es immer weiter zurück. Heidestern war am Ende ihrer Kräfte und es war allen klar.
"Rotkralle...", flüsterte sie schwach und blinzelte stark um ihn erkennen zu können.
"Ja?", flüsterte er tonlos.
"Kümmere dich gut um unsere Jungen. Sie sind tot, nicht wahr? Sag es ruhig..."
"Nein, eines lebt...ich werde alles tun, damit es überlebt, das schwöre ich!"
"Gut....leb wohl, Rotkralle, leb wohl...ich liebe Dich...."
"Heidestern! NEIN!!!!!!!!! NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!", Rotkralle glaubte, das Herz wollte ihm zerbrechen.
Doch da schlossen sich schon die Augen der grau-weißen Kätzin, tat sie schon ihren letzten Atemzug, hauchte ihr Leben aus.

Das Junge kroch leise mauzend auf dem Boden umher und suchte nach Wärme, nach Schutz-vergebens. Selbst als es das Fell seiner Mutter fand, war es kalt und leblos, nicht warm und Geborgenheit spendent, wie es hätte sein sollen. Heidestern, Anführerin des WindClans, war tot und hatte ihr Junges nie gesehen.
In seinem rasenden Schmerz merkte Rotkralle dies nicht. Wieder und wieder flüsterte er ihren Namen, vergrub die Schnauze in dem vertrauten Fell.
Und dann geschah das Wunder.
Plötzlich rissen die Wolken auf und ein Strahl des Mondes fiel genau unter den Busch auf den leblosen Körper Heidesterns und-das Junge. Das winzige, hilflose, erbärmungswürdige, getigerte Junge.
"Ein Zeichen!", flüsterte Habichtherz, "Ein Zeichen des SternenClans! Dieses Junge...es wird Großes für den Clan tuen und eine wichtige Aufgabe übernehmen...eingroßer Schatten liegt über unserem Clan....er wird viel leiden müssen, der Kleine...viel verlieren....doch er wird Freunde und Liebe haben, die ihm beistehen, komme, was wolle...."
Eine Weile war es still. In Rotkralle klang diese Prophezeihung nach. Wieder und wieder.
"Wie willst du ihn nennen?", fragte Rindenpfote schließlich leise.
"Kurzjunges", flüsterte Rotkralle.
"Kurzjunges? Warum das?", fragte Habichtherz.
"Wegen seinen kurzen Schnurrhaaren", erwiderte Rotkralle.
Doch der wahre Grund war die viel zu kurze Zeit, die er mit Heidestern verbracht hatte.
Und dann war der Schmerz wieder da und Rotkralle vertraute ihm den Wind an, der ihn weit, weit über das Moor trug. Doch die namenlosen Ausrufe verklangen-ungehört. Der Mond hatte aufgehört zu scheinen, alles war dunkel.


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BeitragThema: Re: Die WindClan-Chroniken   Mo Aug 08, 2011 5:15 pm



1.KAPITEL: Vertrieben



„Lahmfuß, bist du dir sicher, dass diese Schülerin ihren Kriegernamen verdient?“
„Ja.“
„Gut. So denn…Ich Riesenstern, Anführer des WindClans, rufe zu meinen Kriegerahnen empor: Schauet auf diese Schülerin herab. Sie hat hart und lange trainiert, um Euer nobles Gesetz zu verstehen, und auch bewiesen, dass sie dies tut. Ich empfehle sie Euch als Kriegerin.“
Bei den nächsten Worten wandte sich der große, schwarz-weiße Kater mit dem langen Schwanz an die junge Kätzin mit dem sandbraunen Fell und dem weißen Unterbauch, die neben dem schwarzen Kater Lahmfuß stand. Das Licht der untergehenden Sonne ließ die Felle der anwesenden Katzen glänzen und schimmern; brach sich in Riesensterns bernsteinfarbenen Augen, brachte sie förmlich zum Brennen.
„Drosselpfote, schwörst du, dich stets an das Gesetz der Krieger zu halten, danach zu leben, es zu achten? Schwörst du diesen Clan, den WindClan, zu schützen, auch, wenn es dein Leben kosten mag?“
„Ja, ich schwöre es.“ Drosselpfotes hellgrüne Augen strahlten glücklich, stolz und unerschütterlich sicher; ihre Stimme war klar und fest. Sie sprach die Worte mit all ihrer Überzeugung.
„Dann, mit der Kraft des SternenClans, gebe ich dir deinen Kriegernamen: Drosselpfote, von diesem Augenblick an wirst du als Drosselschwinge bekannt sein. Der SternenClan ehrt deinen unerschütterlichen Glauben, deinen Mut und deine Klugheit. Wir heißen dich als volle Kriegerin des WindClans willkommen.“
Drosselschwinge senkte den Kopf, als der Anführer; wie es Tradition war; seine Schnauze für eine Weile auf ihren Kopf legte. Dann leckte sie ihm kurz die Schulter und trat zu ihrem ehemaligen Mentor. Lahmfuß’ grün-gelbe Augen leuchteten stolz, als er seine ehemalige Schülerin anblickte.
„Danke. Danke für alles“, miaute sie leise. Er nickte.
„Drosselschwinge! Drosselschwinge!“ Der WindClan rief den Namen der jungen Kriegerin laut und begeistert aus, gratulierte ihr so zu ihrem neuen Rang- nicht zuletzt, da sie aufgrund ihrer aufgeschlossenen, fröhlichen Natur allseits beliebt war.
Als die Stimmen nach und nach wieder verebbten, traten Drosselschwinge und Lahmfuß zurück, um den Bruder der neuen Kriegerin, Steinpfote, und seinen Mentor, Astfell, zu Riesenstern vorzulassen.

„Schwörst du, dich stets an das Gesetz der Krieger zu halten, es zu achten, zu leben? Schwörst du, den WindClan mit deinem Leben zu schützen?“
„Ja.“
„Dann, mit der Kraft des SternenClans, gebe ich dir deinen Kriegernamen: Von diesem Moment an sollst du Steinkralle heißen. Unsere Ahnen rühmen deine Kraft, deine Loyalität und deine Tapferkeit. Wir heißen dich als vollen Krieger des WindClans willkommen.“ Riesenstern legte seine Schnauze auf den Kopf des grauen Kriegers, dessen hellgrüne Augen stolz glänzten.
„Steinkralle! Steinkralle!“
Nachdem der Clan auch Steinkralle würdig zugejubelt hatte, sorgte Riesenstern noch einmal für Schweigen, indem er seinen langen Schwanz einmal durch die Luft peitschte. Mit einem weitausholdenen, würdevollen, schwerelosen Sprung, der wie alle eleganten Bewegungen des Anführers nur aus einer einzigen zu bestehen schien, sprang Riesenstern auf den Großstein und sah auf seinen Clan herab. Alle starrten zu ihm herauf.
„Ich möchte noch etwas sagen, bevor wir noch eine weitere Zeremonie zu begehen haben. Unser Clan durchleidet eine schwere Zeit- doch wenn wir zusammenhalten und unseren Glauben an den SternenClan nicht verlieren, werden wir das gemeinsam als Clan durchstehen. Gemeinsam.“ Er ließ den scharfen Blick seiner Bernsteinaugen über die versammelten Katzen gleiten. „Ich bin mir sicher, dass der SternenClan uns nicht verlässt. Gewiss, wir haben viele Katzen an Krankheiten und Kämpfe verloren, doch unser Clan ist bei weitesten Zäheste unter den vieren. Wir haben mehr durchlitten als sie alle zusammen. Doch wenn wir nur zusammenhalten, werden wir auch diese grausame Zeit durchstehen!“
Im Clan wurde Zustimmung laut und schließlich stimmten alle ein.
Riesenstern wartete, bis das Rufen verstummt war und alle wieder zu ihm aufsahen. „Und nun zu der letzten Kategorie, die wir heute noch zu feiern haben: Astfell möchte den Ältesten beitreten“, sagte er dann.
Der alte, dunkelbraune Krieger senkte den Kopf und trat erneut zu seinem Anführer.
„Astfell, ist es dein Wunsch, den Namen eines Kriegers aufzugeben und den Ältesten beizutreten?“
“Ja.“
„So sei es denn. Der WindClan ehrt dich und dankt dir für all deine Taten für unseren Clan. Ich rufe zum SternenClan: Mägen dir noch viele Blattwechsel zu leben bleiben.“
„Astfell! Astfell!“ Ein letztes Mal rief der Clan den Namen des Kriegers, ehrte und dankte ihm auf diese Weise.
Riesenstern sprang vom Hochstein und legte nun seine Schnauze auch auf seinen Kopf. Astfell hob den Blick und sah seinem Anführer direkt in die Bernsteinaugen. Leise sagte er etwas, was nur für Riesensterns Ohren bestimmt war. Dann leckte er, wie die jungen Krieger es wenig zuvor getan hatten, seinem Anführer noch einmal die Schulter und ging dann hinüber zu Weißbeere, Hügelschweif und den anderen Ältesten, die ihn herzlich und freundlich begrüßten.

Weißpfote sah zu Drosselschwinge hinüber. Ihre ehemalige Nestkameradin saß bei ihrem Bruder und ihrer Mutter, Hügelschweif, die ihren beiden Jungen stolz die Köpfe leckte.
Weißpfote seufzte. Wie lange würde es noch dauern, bis sie selbst dort am Hochstein stehen würde und ihren Kriegernahmen erhalten würde! Schließlich war sie erst vor etwa eineinhalb Monden zur Schülerin ernannt worden…
Ihre beste Freundin Plätscherpfote kauerte mit gegen den kalten Wind halbgeschlossenen Augen neben ihr.
Weißpfotes Magen knurrte. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, seit sie zum letzten Mal wirklich satt gewesen war.
„Weißpfote.“ Die Stimme ihres Mentors Kurzbart ließ sie zusammenfahren.
„Ja, Kurzbart?“
„Geh dir etwas Frischbeute holen und ruh’ dich dann aus. Es war ein anstrengender Tag. Plätscherpfote, Spinnenpfote- ihr könnt mitgehen“, wies er die drei Schüler an.
„Brauchen denn die Königinnen und Ältesten keine Frischbeute mehr?“, fragte Weißpfote.
„Schüler brauchen auch Energie und Kraft. Geht schon“, erwiderte er sanft und nickte in Richtung des kleinen Frischbeutehaufens.
„Ja, Kurzbart.“ Weißpfote senkte leicht den Kopf und die drei Freunde machten sich auf den Weg.
Spinnenpfote und Plätscherpfote waren Geschwister. Man sah es ihnen allzu deutlich an: Beide hatten grau-getigertes Fell- Plätscherpfote helles, kurzes mit breiten, dunklen Streifen; Spinnenpfote tief dunkles, fast schwarzes, langes. Sie waren fast gleich groß; Spinnenpfote war minimal größer als seine Schwester. Ihre braunen, ausdrucksstarken Augen waren dieselben; allerdings war Plätscherpfote eher schlank und sehnig gebaut, während ihr Bruder muskulös und breitschultrig war.
Doch eines verband die beiden, mehr noch, als ihr Aussehen: ihr unerschütterlicher Wille.

Der Frischbeutehaufen, der eigentlich vielmehr ein Häufchen war, befand sich an derselben Stelle wie immer: ziemlich mittig in der Sandkuhle, ganz in der Nähe des Großsteins, in einer kleinen Mulde.
Es war kaum nennenswert, was dort lag, wo in guten Zeiten nach einer Jagspatrouille mehrere fette Kaninchen und die eine oder andere wohlgenährte Spitzmaus lagen, manchmal auch kleinere Vögel wie Spatzen, Meisen und Amseln.
Doch jetzt…
Seitdem vor ein paar Monden die Kaninchen aus einem unbekannten Grund immer weniger geworden waren, war der Clan gleichzeitig immer hungriger geworden. Viele Katzen, vor allem Junge und Älteste, waren alleine am Hunger verstorben. An Krankheiten, für die sie bei ihrer Schwäche besonders anfällig waren, war mehr als ein Viertel des Clans zugrunde gegangen, obwohl der alte Habichtherz und der jüngere Rindengesicht, die beiden Heiler des Clans, Tag und Nacht all ihr Können gegeben hatten. Hilflos hatten sie ihre Patienten sterben sehen müssen- der Hunger und die darauf folgende Schwäche waren zu groß.
Schließlich, vor wenigen Monden erst, war der alte Habichtherz selbst an grünem Husten gestorben und hatte Rindengesicht, der für einige Zeit in apathische Trauer um seinen langjährigen Mentor verfiel, alleine zurückgelassen.
Die letzte, harte Blattleere hatte weitere Leben eingefordert und nun war der Clan so sehr zusammengeschrumpft und schwach wie seit Generationen nicht mehr. Riesenstern selbst hatte zwei Leben einbüßen müssen.
Es war also keinesfalls verwunderlich, wie froh der WindClan über die beiden neuen Krieger war, zumal sie beide als ausgezeichnete, schnelle, geschickte Jäger und Kämpfer galten.

Weißpfote und Plätscherpfote teilten sich einen mageren Spatzen, Spinnenpfote schnappte sich eine Spitzmaus.
„Spinnenpfote, die Maus ist für die Ältesten und Königinnen vorbehalten. Nimm die Kleinere“, sagte Plätscherpfote zu ihm, doch ihr Bruder warf ihr nur einen verächtlichen Blick zu. „Kater sind nun einmal größer und stärker als Kätzinnen und brauchen somit mehr Beute“, erwiderte er.
Weißpfote sah die Wut, die in ihr aufstieg in Plätscherpfotes Augen. „Nimm das sofort zurück!“, fauchte sie ihren Bruder an und sprang von ihrem Platz neben Weißpfote auf.
“Was soll ich zurücknehmen?“ Spinnenpfotes Augen glänzten provozierend.
„Dass ich schwächer bin als du!“, fauchte Plätscherpfote.
„Wieso? Es stimmt doch“, knurrte ihr Bruder.
Plätscherpfote schoss vor, noch bevor Spinnenpfote recht wusste, wie ihm geschah. Sie stürzte sich pfeilschnell auf ihren Bruder, der einen überraschten Laut von sich gab. Die beiden rollten knurrend und fauchend über den Boden, doch schließlich gelang es Plätscherpfote mit einer flinken Bewegung ihren sich windenden Bruder am Boden festzuhalten. Sie keuchten beide vor Anstrengung und Spinnenpfote versuchte vergeblich sich aus dem klammernden Griff seiner Schwester zu befreien.
„Nimm es zurück!“, stieß sie hervor.
Spinnenpfote versuchte als Antwort noch verbissener, ihrem Griff zu entkommen, doch sie hielt fest.
„Nimm es zurück!“, wiederholte sie, doch ihr Bruder wandt sich immer noch.
Plötzlich stand Spitzmaushaar hinter den beiden. „Spinnenpfote! Plätscherpfote! Auseinander!“, befahl er, doch die beiden ignorierten ihn.
„Auseinander!“, wiederholte der braune Krieger mit schärferer Stimme.
“Plätscherpfote! Hör auf! Den Ärger ist er nicht wert!“, zischte Weißpfote ihrer Freundin zu, obwohl auch sie natürlich empört über Spinnenpfotes Dreistigkeit war. Doch Plätscherpfote ignorierte auch sie und zischte erneut: „Nimm es sofort zurück!“
„Plätscherpfote! Lass ihn los! SOFORT!“ Fetzohrs Stimme. Schnaufend gehorchte die Schülerin, ohne Spinnenpfote auch nur einen Moment aus den Augen zu lassen. Ihr Brustkorb hob und senkte sich rasend als sie sich zu ihrem Mentor umwandte.
„Was soll das? Streit und Kämpfe sind das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können! Das Letzte! Hast du Riesenstern nicht gehört? Nur zusammen können wir das hier durchstehen! Zusammen!“, fauchte Fetzohr. Seine Ohren waren wütend angelegt, sein Nackenfell leicht gesträubt; man konnte seine Wut deutlich spüren.
„Es war nicht Plätscherpfotes Schuld! Spinnenpfote hat sie provoziert!“ Weißpfote erschien es vollkommen ungerecht, dass ihre Freundin all den Ärger bekommen sollte, der eigentlich an Spinnenpfote hätte gehen sollen.
Fetzohr wandte den Blick seiner Bernsteinaugen auf sie.
„Was ist passiert?“, wollte er dann von seiner Schülerin wissen.
Plätscherpfote hob den Kopf und schilderte die Vorkommnisse. Spinnenpfote wollte sie mehrfach unterbrechen, doch Fetzohr brachte ihn jedes Mal durch einen scharfen Seitenblick zum Schweigen. Als Plätscherpfote geendet hatte, schwieg er. Auch Spitzmaushaar hatte zugehört und musterte jeden der drei Schüler eindringlich.
„Spinnenpfote, soweit ich weiß, ist Plätscherpfote weiter in ihrem Training als du und offensichtlich hat sie dir soeben das Gegenteil deiner Behauptung bewiesen“, sagte Fetzohr schließlich. Spinnenpfote schwieg verbissen.
„Spinnenpfote?“ Fetzohrs Stimme war scharf.
Der Schüler warf ihm und den beiden Kätzinnen einen hasserfüllten Blick zu.
Er nickte kurz.
„Im Übrigen war die Gründerin unseres Clans, Windstern, weiblich. Vergiss das nicht. Und vergiss auch nicht, welch große Taten sie für unseren Clan geleistet hat“, fuhr Fetzohr fort. „Entschuldige dich also bei Plätscherpfote und nimm deine Behauptung zurück.“ Abwartend richteten sich die Blicke aller anwesenden Katzen auf Spinnenpfote.
„Entschuldigung“, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Ich hatte Unrecht; Kätzinnen sind genauso gut wie Kater.“
Fetzohr nickte. „Richtig. Allerdings werde ich Moorkralle wohl von deiner Behauptung benachrichtigen müssen.“
Spinnenpfote zuckte leicht zusammen, neigte aber nur gehorsam den Kopf.
„Und nun zu dir, Plätscherpfote“, fuhr Fetzohr an seine Schülerin gewandt fort.
„Selbst wenn Spinnenpfote dich provoziert, ist das noch lange kein Grund, ihn anzugreifen.“ Er sah sie streng an und sie schluckte den Widerwillen, der ihr im Gesicht geschrieben stand, hinunter.
„So etwas kann man auch mit Worten klären, nicht mit Krallen. Du hättest ihn ernsthaft verletzen können“, fuhr Fetzohr mit Nachdruck fort. „Entschuldige dich bei deinem Bruder.“ Widerwillig gehorchte Plätscherpfote.
„Und ich möchte mich klar ausdrücken: Grade jetzt können wir solche Streite in keinem Falle gebrauchen. Habt ihr mich verstanden?“ Er blickte die Geschwister scharf an. Sie nickten beide hastig. Weißpfote wusste, dass sie jedoch bei nächster Gelegenheit ungesehen ihren Streit weiterführen würden.
„Zur Strafe wirst du dich in während nächsten vier Sonnenläufe um die Ältesten kümmern, Plätscherpfote“, sagte Fetzohr zu ihr. Weißpfote konnte die unterdrückte Wut und den Ekel in den Augen der Freundin deutlich sehen. „Sich um die Ältesten zu kümmern“ hieß für einen Schüler, dass er tagtäglich statt im Moor zu tranieren die alten, häufig widerlich stinkenden Schlafpolster der Ältesten zu wechseln hatte und ihnen die Flöhe aus dem Fell zu ziehen hatte.
Spinnenpfotes Augen blitzten hämisch. „Und du kannst ihr dabei helfen, Spinnenpfote.“

Kurzbart ließ den Blick seiner bernsteinfarbenen Augen über das Lager gleiten.
Seit die Sonne untergegangen war, war es noch kühler geworden, der Wind noch beißender, und die meisten Katzen hatten sich schon in ihre Bauten zurückgezogen.
Die Schüler hatten sich alle auf Moorkralles Anweisung hin schon Schlafen gelegt, doch Kurzbart konnte leise, aufgebrachte Stimmen hören, die der Wind aus der Richtung ihres Baus auf ihn zutrug. Nur Spitzmaushaar und Schmalstreif, seine wunderschöne Gefährtin, lagen noch vor dem Bau der Königinnen und sahen ihrer Tochter, Laufjunges, zu. Sie hatte heute zum ersten Mal den Bau verlassen und erkundete grade alles. Neugierig stupste sie einen Moosball an und sah ihm erfreut dabei zu, wie er umher rollte. Sie hatte Schmalstreifs goldenes Fell geerbt, hatte aber blaue, neugierig-blitzende Augen.
Liebevoll stupste Schmalstreif sie an und geleitete sie in den warmen Bau zurück. Laufjunges protestierte, doch ihr aufgeregtes, dünnes, überdrehtes Miauen ging in ein lautes, herzhaftes Gähnen unter und sie hüpfte in den Bau hinein. Schmalstreif drückte ihre Schnauze liebevoll an Spitzmaushaars und folgte dann ihrer jungen Tochter. Spitzmaushaar sah den beiden noch kurz nach, wandte sich dann ab und entdeckte Kurzbart, der ihn beobachtete. Er grüßte ihn freundlich mit einem Kopfnicken und Kurzbart erwiderte es von seinem hohen Platz am Rande der Kuhle. Spitzmaushaar verschwand im Bau der Krieger.
Auch Astfell, Hügelschweif und Rotpelz zogen sich nun in den schützenden Bau der Ältesten zurück.
Nur Riesenstern und sein zweiter Anführer, Lahmfuß, standen diskutierend am Fuß des Großsteins.
Kurzbart blinzelte in den kalten Wind, der sich nun drehte und ihm direkt ins Gesicht wehte.
Am Lagereingang, zwischen den Ginsterbüschen, fröstelten Steinkralle und Drosselschwinge bei ihrer Nachtwache.
Kurzbart konnte sich noch zu gut an seine eigene erinnern, sie lag noch nicht lange zurück. Es war ziemlich anstrengend gewesen, obwohl er so stolz gewesen war…gemeinsam mit Fetzohr und Aschenfuß war er zum Krieger ernannt worden.
Plötzlich riss eine vertraute Stimme ihn aus seinen Erinnerungen. „Hey!“
Fetzohr.
Sein bester Freund ließ sich mit einem Seufzen neben ihm nieder.
„Hey“, erwiderte Kurzbart zerstreut.
„Langer Tag?“, fragte sein Freund.
Kurzbart nickte. „Wie war deiner?“, fragte er den Freund.
Fetzohr seufzte erneut. „Anstrengend. Plätscherpfote hat Spinnenpfote vorhin angegriffen, und hätte ihn, weiß der SternenClan wie, noch verletzt, wenn Spitzmaushaar nicht eingegriffen hätte. Er hat sie angeblich damit provoziert, dass Kater stärker und besser als Kätzinnen seien. Weißpfote ist natürlich für sie eingesprungen. Weiß der Geier, ob das alles ganz stimmt.“ Er schüttelte den Kopf. „Wieso lernen sie nicht, dass man so etwas nicht mit den Krallen, sondern mit Worten lösen kann?“
„Sachte, sachte, Fetzohr“, beruhigte Kurzbart seinen aufgebrachten Freund, „In ihrem Alter haben wir uns auch dauernd gerauft. Sie müssen noch viel lernen. Du konntest die Sturmwende auch nicht von jetzt auf gleich.“ Seine Augen blitzten belustigt bei der Erinnerung- er hatte Fetzohr mondelang mit dieser Bewegung im Kampftraining besiegt und der Freund ärgerte sich noch heute bei der Erwähnung seiner Schwäche. So auch jetzt.
Fetzohr murmelte verärgert etwas.
“Ich war viel besser im Training als du“, stichelte Kurzbart.
Fetzohr verstand sofort, was der Freund wollte. „Stimmt ja gar nicht!“, erwiderte er spielerisch empört.
“Klar!“ Kurzbarts Augen funkelten belustigt-fordernd und kurz darauf rollten die beiden Kater spielerisch kämpfend, mit eingezogenen Krallen den seicht abfallenden Hang herab in den weichen Sand der Kuhle.
Lachend und keuchend ließen sie sich in den Sand fallen. Fetzohr rollte sich auf den Rücken und streckte sich. „Aaaah…das tut gut!“, seufzte er genießerisch, und ein tiefes, glückliches Schnurren drang aus seiner Kehle. Auch Kurzbart schnaufte zufrieden. „Das hat Spaß gemacht“, schnurrte er.
Fetzohr nickte und setzte sich wieder auf.
„Aber im Ernst, Fetzohr, du musst nicht so streng mit ihnen sein. Denk’ mal an uns. Sie sind noch jung“, sagte Kurzbart und sah seinen Freund an. Wie merkwürdig es sich anhörte, das zu sagen…Die Schüler waren nicht so viel jünger als sie. Spitzmaushaar konnte sie wirklich jung nennen, aber sie…Kurzbart und Fetzohr waren selbst noch jung.
Fetzohr nickte geistesabwesend.
„Du hast ihnen doch nicht etwa eine Strafarbeit gegeben, oder?“, wollte Kurzbart scharf wissen.
Fetzohr schwieg.
„Fetzohr?“
„Nja…Ja, doch. Ich habe ihnen gesagt, dass wir es uns im Moment nicht leisten können zu streiten und ihnen gesagt, dass sie vier Sonnenläufe die Ältesten versorgen müssen.“
„Nicht dein Ernst! Fetzohr, komm schon…“
Fetzohr schwieg. Er schwang auf ein anderes Thema um. „Wie hat dir Riesensterns Rede gefallen? Sie war klasse, nicht?“
“Ja…Er ist ein großartiger Redner und ein weiser Anführer…“ Nun war es Kurzbart, der ein wenig geistesabwesend wirkte.
Fetzohr nickte überzeugt. „Ja, garantiert. Er schafft es jedes Mal, den Clan zu begeistern.“
Kurzbart sah ihn an. „Dich etwa nicht?“
„Doch, schon“, antwortete Fetzohr rasch. „Doch ich weiß nur nicht, ob er jedes Mal ganz recht hat. Was ist, wenn unsere Ahnen uns verlassen haben?“
„Wieso sollten sie?“, fragte Kurzbart, ganz entsetzt über die Zweifel seines Freundes.
„Keine Ahnung. Aber was, wenn?“, erwiderte Fetzohr.
„Ich glaube es nicht. Bestimmt nicht. Glaubst nicht mehr an den SternenClan?“, wollte Kurzbart bestürzt wissen.
„Doch schon, aber…ach, ist ja auch egal. Lass uns über etwas anderes reden.“ Das Thema schien dem Freund deutlich unangenehm zu sein.
Kurzbart bohrte nicht mehr. Er wusste, dass er aus Fetzohr nichts mehr zu dem Thema herausbekommen würde, wenn sein Freund diesen verschlossenen, beinahe versteinerten Gesichtsausdruck wie jetzt bekam.
Sie schwiegen eine Weile, dann fragte Fetzohr schließlich: „Wie geht es Aschenfuß?“
Kurzbart fuhr zusammen. Er hatte sie heute Abend noch einmal besuchen wollen. Er hatte es ihr versprochen und es nun fast vergessen.
„Was ist? Geht es ihr nicht gut? Ist sie krank?“ Fetzohr klang ernsthaft besorgt.
„Nein, nein, es geht ihr gut. Ich habe ihr nur versprochen, sie zu besuchen und hätte es fast vergessen. Ich muss sofort zu ihr!“, antwortete Kurzbart. Hastig verabschiedete er sich von dem Freund und hechtete durch die Kuhle zum Bau der Königinnen.
Plötzlich hielt er inne. Im Gestrüpp der Ginster um das Lager herum glaubte er ein Knacken zu hören. Konnte es tatsächlich sein, das eine Maus so dumm war, sich so nahe ans Lager heran zu trauen.
Nach kurzem Zögern verschwand er in dem Dunkeln des Gestrüpps. Wie gut er diese dunklen Gänge aus Zweigen kannte! Als Junge hatten er, Fetzohr und die anderen Jungen ihrer Würfe ständig hier drin Verstecken gespielt. Das zahlte sich jetzt aus.
Da war die Maus… In guten Zeiten hätte Kurzbart sich vermutlich nicht einmal die Mühe gemacht das magere Tierchen zu erbeuten, doch jetzt…Die zäh wirkende Maus hatte struppiges Fell und erschien ihm jetzt grade wie das fetteste, wohlgenährteste Tier seit langem. Still dankte er dem SternenClan dafür, dass es offensichtlich auch in der Gegend, in der diese Maus ihren Bau hatte, kein oder jedenfalls nicht ausreichend Futter gab- selbst eine dumme Maus mied eine Gegend, die so intensiv nach Katzen roch wie das Lager. Doch entweder roch dieses Exemplar hier nichts oder der Hunger hatte es dazu getrieben, in dieser für sie absolut tödlichen Gegend nach Nahrung zu suchen.
Kurzbart entschied sich für die zweite Möglichkeit.
Doch es war prinzipiell auch egal; alles, was zählte war, dass die Maus hier war.
Kurzbart duckte sich näher an den Boden und spannte seine Muskeln zum Sprung an.
Die Maus, die offensichtlich grade irgendetwas Fressbares zwischen den stacheligen, dicht beblätterten Zweigen der Ginsterbüsche gefunden hatte, und sich nun selbstvergessen in Sicherheit wog, ahnte nichts von der tödlichen Gefahr, die sich nur wenige Schwanzlängen von ihr entfernt das Maul leckte.
Kurzbart unterdrückte das instinktive Zucken seines Schwanzes um nicht an einen der dichten Äste zu stoßen und die Maus so zu verjagen.
Jetzt wuselte sie noch ein Stückchen näher heran…Noch nicht springen…noch nicht…jetzt!
Kurzbart schoss vor und schnappte die Maus mit ausgestreckten Krallen. Noch bevor das kleine Nagetier wusste, wie ihm geschah, hatte er es zwischen den Zähnen und biss zu. Er schmeckte das warme Blut der Maus auf der Zunge und begann langsam und vorsichtig, seine noch zuckende Beute fest zwischen den Zähnen, sich rückwärts aus dem Gestrüpp zurückzuziehen.
Ihm lief das Wasser im Maul zusammen, doch er unterdrückte den Drang, zuzubeißen.
Schließlich kroch er rücklings aus dem Gesträuch in die sandige Kuhle zurück.
Nach einem kurzen Blick rundum sah er, dass er und die beiden jungen Krieger, die stolz ihre Nachtwache hielten, alleine waren. Auch Riesenstern, Lahmfuß und Fetzohr schienen sich zurückgezogen zu haben.
Offensichtlich schliefen die anderen Katzen alle, denn aus den Bauten waren leise Schnurr- und Schnarchlaute zu hören.
Hoffentlich war sie überhaupt noch wach…
Kurzbart huschte durch die Kuhle und schlüpfte in den dunklen Eingang des Baus der Königinnen. Sofort umfing ihn die besondere, friedvolle Atmosphäre dieses Baus.
Er hörte leises Schnurren und nachdem sich seine Augen nach kurzer Zeit an das
spezielle Licht gewöhnt hatten, sah er, dass Schmalstreif offensichtlich schon
schlief. Laufjunges mauzte leise im Schlaf und schmiegte sich fester an sie.
Aschenfuß und Morgenblüte waren noch wach und unterhielten sich leise.
Als sie Kurzbarts Auftauchen bemerkten, verstummten sie.
„Hey!“ Aschenfuß erhob sich und kam leise auf ihn zu. Zärtlich drückte sie ihre
warme Schnauze an seine. Er schnurrte leise und legte vorsichtig die Maus ab,
die nun wirklich tot war.
„Guten Abend“, miaute er.
Morgenblüte nickte ihm freundlich-wohlwollend zu.
„Ich habe eben noch eine Maus gefangen- möchtet ihr sie haben?“, fragte Kurz-bart die beiden Kätzinnen.
Morgenblüte schüttelte leicht den Kopf. „Nein, nein. Teilt ihr sie nur. Ich brauche nichts.“
Die schildpattfarbene Königin, Lahmfuß’ Gefährtin, war für ihre Genügsamkeitund Freundlichkeit bekannt und beliebt.
Kurzbart sah sie dankend an. „Gehen wir eine Weile hinaus, ja?“, wandte er sich an Aschenfuß.
Sie nickte. „In Ordnung.“ An Morgenblüte gewandt sagte sie leise: „Ich bin bald zurück.“
Ihre Freundin nickte und miaute: „Lass dir nur Zeit.“ Sie beugte sich vor und
leckte ihrem winzigen Jungen über den Kopf. Ginsterjunges mauzte leise und
kuschelte sich fester an sie. Liebevoll schnurrte sie und rollte sich dann
schützend um die kleine, rot-weiße Fellkugel zusammen, schloss die Augen.

Aschenfuß sog tief die frische Luft in sich ein, „Dort drinnen herrscht eine
schreckliche Luft! Sie macht mich verrückt auf Dauer!“, sagte sie.
Kurzbart musterte seine Gefährtin liebevoll: ihre schmale Gestalt an die sich ihr
dunkelgraues, weiches, wunderschönes Fell schmiegte; die blauen, ausdrucks-
starken Augen, die ihn ebenso liebevoll anblickten, wie er sie.
Er wusste, dass viele Kater in sie verliebt gewesen und es teils auch noch waren und ihn zutiefst um sie beneideten. Oh ja, Aschenfuß war eine wunderbare Gefährtin; liebevoll, verständig, mutig, schnell und willensstark und gleichzeitig so sanft…
Die beiden sahen sich an. Eine Weile sagte niemand etwas.
Dann räusperte Kurzbart sich. „Sollen wir zu unserem Lieblingsplatz gehen?“, fragte er.
„Jetzt?“, fragte Aschenfuß unsicher. „So spät?“
Er zuckte die Schultern. „Warum nicht?“
„Nun gut…“

(aus: „Secrets of the Clans“/Raid on the Camp!//VERÄNDERT!!!)
Es war die dunkelste aller Nächte. Düstere, schwere Wolken verdeckten den mageren Mond, verdeckten seinen klammen, kalten Schein. In dieser Nacht wachten keine SternenClan-Ahnen über das WindClan-Lager.
Nirgends regte sich etwas. Nur die beiden jungen Krieger standen stolz Wache am Lagereingang.
Steinkralle erhob sich, seine Ohren aufmerksam aufgestellt. Misstrauisch musterte er seine Umgebung. Was war das? Ein Wispern in dem undurchdringlich düsteren Ginster….das Geräusch von Katzenpfoten im Gras hinter dem Gestrüpp, das das Lager vor Feinden schützte…das Glänzen von Augen in der Nacht…
Was war dort, jenseits der schützenden Büsche? Sollte er Alarm schlagen?
Er fragte sich, weshalb er so nervös war. Normalerweise zuckte er des nachts auch nicht bei jedem noch so kleinen Geräusch zusammen. Er beschloss, noch kurz abzuwarten. Er wollte auf gar keinen Fall während seiner ersten Nachtwache nach der Kriegerwache unnötig Alarm schlagen und somit naiv und ängstlich wie ein Junges wirken. Vielleicht hatte er sich die Geräusche auch nur eingebildet…
Doch nach einem Seitenblick auf seine Schwester wusste er, dass dies nicht der Fall war. Auch sie stand angespannt und unentschlossen da und starrte in die Düsternis der Nacht.
Hätte doch nur der Mond geschienen!
Steinkralle entschied, noch ein paar Momente auszuharren und dann, wenn nötig, Alarm zu schlagen. Vielleicht war es auch nur ein Liebespaar, dass eine romantische Nacht draußen verbringen wollte, so wie Aschenfuß und Kurzbart, die vor nicht allzu langer Zeit erst zurückgekehrt waren…Doch, nein, das konnte eigentlich kaum sein; er hatte zu sorgfältig mitgezählt, welche Katzen noch außerhalb des Lagers gewesen waren- keine. Und er konnte sich nicht vorstellen, dass sie sich wie Feinde aus und ins Lager schleichen sollten; wieso auch? Alle Paare des Clans waren wohlbekannt. Steinkralle ging sie im Geiste durch: Da waren Aschenfuß und Kurzbart, Morgenblüte und Lahmfuß und zu guter letzt noch Schmalstreif und Spitzmaushaar.
Also musste dort draußen jemand anderes sein! Er öffnete das Maul um zu rufen doch- zu spät! Ein Schatten tauchte vor Steinkralle auf und scharfe Krallen durchschnitten seine Kehle, ehe er sich auch nur dessen bewusst war…

Drosselschwinge fuhr herum. Steinkralle, ihr Bruder, lag auf dem Boden, das Leben aus ihm herausblutend…
Sie stieß einen Warnruf aus, doch die Luft wurde aus ihren Lungen gedrückt: Ein riesiger, schwerer Kater warf sich auf sie; ihre Stimme erstarb.
Hilflos zu Boden gedrückt, verzweifelt nach Luft ringend musste sie zulassen, dass die fremde Katze ihre scharfen Zähne mit aller Kraft in ihre Schulter schlug, ihre Krallen in ihre Seite hieb; wieder und wieder. Rasender Schmerz durchzuckte ihren Körper und sie spürte, wie ihr schwarz vor Augen wurde, wie sie langsam in Ohnmacht fiel… Ihre Glieder zuckten vor Schmerz und sie fühlte, wie ihr etwas Warmes über den Körper lief…Blut!, dachte sie, Mein Blut!
Das Letzte, was sie sah, bevor sie vollkommen in die komplette Schwärze der
Ohnmacht glitt, waren die Schatten der feindlichen Katzen, die in die Kuhle
glitten und lautlos mit der Schwärze verschmolzen.
Wer?, dachte sie verzweifelt, Wer ist das? Oh, SternenClan, hilf uns!
Dann verlor sie komplett die Kontrolle über ihr Bewusstsein und ihren Körper.

Kurzbart fuhr hoch. Ein Schrei… Er sprang auf die Pfoten und stürzte zum
Eingang des Baus. Fremde Katzen! Und es waren so viele!
Er schoss nach draußen, dicht gefolgt von Moorkralle und Fetzohr. Gleich mehrere Katzen fielen über ihn her, große, wohlgenährte Kater. Kraftvoll bissen sie sich in seinem Nacken fest und er versuchte, sie abzuschütteln.
„SchattenClan!“, hörte sie ein Zischen aus Richtung des Großsteins.
Natürlich!, dachte er bitter, Jetzt, wo wir so sehr geschwächt sind, hat Braunstern leichtes Spiel mit uns! Er muss nur auf diesen Moment gewartet haben!
Er sah Spitzmaushaar mit einem gewaltigen, schwarzen Kater ringen, der noch riesigere Pfoten hatte und erkannte Schwarzfuß, den zweiten Anführer des SchattenClans.
Spitzmaushaar war dem kraftstrotzenden, gesunden Kater tausendfach unterlegen. Der braune, schmächtige, recht kleine Krieger hatte keine Chance und kurz darauf hatte Schwarzfuß ihn zu Boden geworfen.
Auch seine Angreifer schienen abgelenkt und Kurzbart nutzte dies und schüttelte sie endlich ab. Sein Nacken schrie vor Schmerz, doch er ignorierte dies.
Sein Kopf war nur von einem einzigen Gedanken beherrscht: Aschenfuß! Er musste zu ihr! Er musste wissen, dass sie in Sicherheit war!
Überall um ihn herum kämpften starke, riesige, wohlgenährte SchattenClan-Katzen gegen schmächtige, magere, hungrige WindClan-Katzen. Die feindlichen Angreifer schienen überall zu sein!
Auch ihm stellten sich mehrere Katzen in den Weg, doch der Gedanke an Aschenfuß verlieh ihm Kraft. Verbissen erkämpfte er sich seinen Weg zum Bau der Königinnen.

„Du kannst nicht kämpfen!“, knurrte Morgenblüte ihre Freundin an und wies die schwangere Königin zurück zum Bau. „Bleib’’ hier und beschütze mein Junges! Ich werde kämpfen!“
Sie schoss nach draußen. Man konnte ihre Kampfschreie durch die Ranken des Baus hindurch hören.
Auch Schmalstreif kam auf Aschenfuß zu. „Pass’ auf Laufjunges auf! Bitte! Wir werden euch schützen!“
Aschenfuß nickte und trieb die beiden völlig verängstigten Jungen in die letzte, dunkelste Ecke des Baus.
„Aschenfuß?“ Schmalstreif drehte sich noch einmal um am Eingang des Baus bevor sie hinausschlüpfte.
„Ja?“
„Wenn ich sterbe…Kümmerst du dich um Laufjunges?“
Aschenfuß hielt einen Moment lang inne. Was war da draußen los, dass die älteste Königin dachte, sie könne sterben? Waren es so viele?
Am liebsten wäre sie aufgesprungen und hätte ihren Clankameraden beim Kampf gegen den SchattenClan beigestanden. Alles in ihr schrie danach.
Doch Morgenblüte und Schmalstreif hatten Recht: Wenn sie getötet würden, brauchten ihre Jungen jemanden, der sich um sie kümmerte und sie war die einzige andere Königin. Außerdem war sie die einzige, die zur Zeit noch Junge erwartete…und schließlich musste sich auch jetzt gerade jemand um die Jungen kümmern.
Sie nickte entschlossen. „Ja, ich verspreche es dir.“
Schmalstreif wirkte erleichtert. „Danke!“, rief sie und verschwand nach draußen.
Alles in Aschenfuß schrie danach, an den Eingang zu huschen und einen Blick hinaus zu werfen, doch sie wusste, dass sie die Jungen beruhigen musste, damit diese sie durch ihr Schreien nicht verrieten.
Doch durch das laute Kampfgeschrei von draußen verstummten die Jungen von ganz alleine. Mit panisch weit aufgerissenen Augen, die kurzen, flaumigen Felle gesträubt, starrten sie zum Eingang.
Aschenfuß redete sanft und so ruhig auf sie ein, wie sie es vermochte. Behutsam leckte sie die beiden zwischen den Ohren, um sie zu beruhigen. Sie schnurrte leise, obwohl ihr eher zum Schreien zumute war.
Die rasenden Sorgen um Kurzbart durchzuckten ihren Körper wie Krallen, die sich in sie hineinschlugen.

Weißpfote hörte einen Schrei. „Weißpfote! Weißpfote! Hilfe!“
Plätscherpfote!
Weißpfote rannte los, hechtete zwischen den kämpfenden Katzen hindurch. Sie hörte einen anderen Schrei. Es war Klauenherz. Sie sah den grauen Krieger, dessen Bauch offen zu dem braunen SchattenClan-Kater, der über ihn gebeugt war, lag. Unzählige, heftig blutende Wunden übersäten seinen Körper, sein Fell hing in Fetzen. Eines seiner Beine war schrecklich unnatürlich verdreht. Sie konnte ihm kaum mehr helfen und der Kater war zu groß und stark. Sie hatte keine Chance.
„Weißpfote!“ Erneut drang Plätscherpfotes Schrei an ihr Ohr. Er klang noch verzweifelter als zuvor. Sie wollte grade weiterhechten, als sie sah, wie der braune SchattenClan-Krieger Klauenherz den Bauch aufschlitzte und der Kater tot zusammensank.
Sie musste den Blick abwenden, doch überall um sie herum unterlagen ihre Clankameraden schrecklicher Niederlagen. Dort drüben fiel Astfell unter zwei SchattenClan-Kriegern…und dort sank Fetzohr zu Boden.
„WEISSPFOTE! HIIILFEEE!“ Nun lag Todesangst in Plätscherpfotes Ruf.
„Ich komme, Plätscherpfote! Ich bin gleich bei dir! Gleich-bei-dir!“ Weißpfote keuchte, als ein SchattenClan-Schüler sich auf sie stürzte. Erbittert rangen sie miteinander. Der andere war wesentlich älter und stärker als sie, doch bewegte er sich plump und ungelenk. Das machte sie sich zunutzen. Sie täuschte einen Angriff nach rechte vor und als der Kater nach links auswich, fuhr sie herum und brachte ihn zu Fall. Sie stieß ihre Hinterkrallen mit aller Kraft in seine Flanken und riss ein Stück aus seinem Ohr. Blut strömte aus den Wunden, sie konnte es fühlen. Er knurrte wütend, lag jedoch wehrlos unter ihr. Sie verbiss sich in seine Kehle, jedoch nur so stark, dass sie wusste, dass es ihn nicht töten würde.
Er keuchte und stieß hervor: „Lass-mich-los! Bitte!“
Sie tat ihm den Gefallen, allerdings erst, als sie die Panik in seinen Augen sah und spürte, wie sein Körper vor Schmerz und Blutverlust anfingen zu zucken. Langsam erschlaffte sein Körper, er drohte, ohnmächtig zu werden...
Sie ließ ihn los und er taumelte davon in den schützenden Schatten. „Komm nie wieder!“, fauchte sie ihm nach.
Sie fand Plätscherpfote, die sich verzweifelt und mit letzter Kraft gegen einen ausgewachsenen Kater wehrte, nahe des Lagereingangs. Sie sprang dem Kater ohne zu zögern auf den Rücken, schlug sämtliche ihrer Krallen in seine Flanken und verbiss sich in seinen Nacken. Er ließ Plätscherpfote los, die sich jedoch nicht rührte.
Weißpfote überkam eine rasende Wut. Plätscherpfote! Tot!
Sie würde ihren Tod rächen…sie würde diesen Kater umbringen…umbringen…
Sie würde so kämpfen wie Drosselschwinge, die nur wenige Schwanzlänge einen feindlichen Kater in die Flucht schlug. Der Brustkorb der jungen Kriegerin hob sich rasendschnell und hasserfüllt sah sie sich nach ihrem nächsten Opfer um. Sie kämpfte wie eine LeopardenClan-Kriegerin, um den Tod ihres Bruders zu rächen. Doch dann sah sie den leblosen Körper Hügelschweifs auf dem Boden liegen, gleich neben
Graspfote…Drosselschwinge stieß einen grauenhaften, namenlosen Schrei aus, der selbst den Kampflärm übertönte. Dann sank sie neben ihrer toten Mutter in sich zusammen, rührte sich auch nicht mehr.
Weißpfote zuckte zusammen, ließ den Krieger, der sie wütend abzuschütteln versuchte, jedoch nicht los.
Schließlich gelang es ihm, sie abzuschütteln. Er zog sich zurück und suchte ein anderes Opfer.
Sie hatte es geschafft.

Kurzbart sah Morgenblüte gegen einen SchattenClan-Kater kämpfen und sprang der Königin zur Hilfe. Zusammen schlugen sie den Kater in die Flucht.
„Aschenfuß…wo ist sie?“, stieß er atemlos hervor.
„Sie bewacht die Jungen. Kurzbart, mit ihr ist alles in Ordnung! Ich schwöre es dir! Mach dir keine Sorgen, Schmalstreif weicht nicht vom Eingang des Baus fort und wird eher sterben, als jemanden einzulassen! Rotpelz und Haferbart sind bei ihr. Außerdem ist sie selbst auch eine ausgezeichnete Kämpferin, dass weißt du! Wir brauchen dich hier und jetzt! Dein Clan braucht dich! Bitte, sieh nicht nach ihr! Bleib und kämpfe mit uns! So hilfst du ihr mehr!“, erwiderte sie und sah ihn flehendlich an.
Kurzbart schwieg, nur sein Atem ging rasselnd und sein Schwanz zuckte unruig. Schließlich nickte er.
„Hilfe! Hilfe!“ Der panische Schrei einer jungen Katze.
Kurzbart schoss los. Spinnenpfote!
Zwei junge SchattenClan-Schüler drängten den Kater immer mehr in die
Stacheln der Ginstersträuche. Kurzbart sprang zwischen sie und die Schüler ergriffen die Flucht.
Der grau-getigerte WindClan-Schüler sah aus riesigen, vor Angst immer noch
weit aufgerissenen, aber gleichzeitig dankbaren Augen zu ihm auf.

„Danke…du hast mein Leben gerettet…“
Weißpfote erschrak so, wie nie zuvor in ihrem Leben.
„Plätscherpfote! Du lebst!“, stieß sie atemlos hervor. Sie stürzte zu ihrer
Freundin und drückte erleichtert ihre Schnauze an ihre. Ihr ganzer Körper
fühlte sich ganz leicht an, so froh und erleichtert war. Plätscherpfote schnurrte schwach.
“Ich…wir müssen dich in Sicherheit bringen!“, sagte sie schließlich. Sie war
immer trunken von Freude über Plätscherpfotes „Auferstehung“.
Die grau-getigerte Kätzin nickte schwach und stemmte sich langsam hoch.
Weißpfote half ihr soweit sie es vermochte und stützte Plätscherpfote
behutsam. Sie geleitete die Freundin so sicher durch die Kuhle. Immer
wieder musste sie einem SchattenClan-Krieger ausweichen, doch meist kamen
ihnen Clankameraden zur Hilfe.
Schließlich, nachdem Weißpfote erbittert drei Schüler in die Flucht geschlagen
hatte, erreichten sie die schützende Dunkelheit des Ginstergestrüpps.
Vorsichtig half sie Pläscherpfote, sich hinzulegen und eine einigermaßen
angenehme Position zu finden. Die Kätzin zitterte vor Erschöpfung und
Schmerzen. Sie war viel schwerer verletzt als sie selbst: Blut lief aus etlichen kleineren und größeren Wunden, ihr Fell war an vielen Stellen zerfetzt.
Sie stöhnt leise vor Schmerz als sie versuchte, sich ein wenig zu drehen um ihre eigenen Wunden zu überblickten. Erschöpft schloss sie die Augen und ließ den Kopf auf die Vorderpfoten sinken.
Weißpfote fühlte, wie Angst sie durchfloss. Was, wenn Plätscherpfote jetzt an den Folgen der Verletzungen starb?
„Halt durch, Plätscherpfote! Ich suche Rindengesicht!“, flüsterte sie ihr zu und huschte leise aus den Büschen.

Kurzbart sah Drosselschwinge auf dem Boden kauern, über den leblosen Körper einer Katze gebeugt. Wer war das?
Entsetzt sah er, wie zwei SchattenClan-Krieger sich von hinten an sie
heranschlichen. Sie merkte nichts.
„Drosselschwinge! Lauf weg! Lauf weg!“, jaulte er, doch sie schien nichts außer
dem zerschundenen Körper vor ihr zu registrieren.
„Drosselschwinge, Drosselschwinge! Pass auf, hinter dir!“ Verzweifelt versuchte
er, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, doch sie starrte apathisch weiter vor
sich hin.
Jetzt erkannte Kurzbart die Kätzin, die dort merkwürdig verdreht und
blutverschmiert auf dem Boden lag: Hügelschweif!
Es war nicht verwunderlich, weshalb die Kätzin so schockiert war; zunächst
hatte sie hilflos mit ansehen müssen, wie ihr Bruder verblutete, und nun war
auch noch ihre Mutter gestorben…
„DROSSELSCHWINGE! PASS AUF!“, heulte er. Die beiden Krieger setzten zum Sprung an…Kurzbart schoss los, so schnell ihn seine Pfoten trugen, stieß Krieger zur Seite und erreichte sie gerade noch im allerletzten Moment, bevor sich die Krallen eines Kriegers in ihre Kehle bohrten…dann ein Mischmasch aus Farben, Krallen und Fell…Krallen, die seine Flanke aufrissen….ein rasender Schmerz in
seinem ganzen Körper…und dann: Stille. Stille und unendliche Schwärze. War er tot?
Nein, offensichtlich lebte er noch, denn da waren wieder die Kampfgeräusche,
die schmerzhaft laut in seinen Ohren und seinem ganzen Kopf lärmten und der
Schmerz, der dumpf überall pochte…
Der Krieger schien ihn losgelassen zu haben, denn da war kein Gewicht mehr auf
ihm.
Langsam und mühselig rappelte er sich auf. Einen Moment lang konnte er kaum
noch stehen, alles drehte sich und verschwamm vor seinen Augen, doch kurz
darauf ging es wieder einigermaßen und er sah sich suchend um. Wonach er
eigentlich suchte, wusste er nicht.
Plötzlich sprang ein winziger Kater vor ihn. Aus riesigen, in Panik weit
aufgerissenen Augen starrte er zu ihm auf. Sein noch schwarz-weißes, fluffiges
Jungenfell stand vor Angst und Entsetzen in alle Richtungen ab, sein Atem raste.
Was macht ein Junges in einem solchen Kampf?, fragte Kurzbart sich entsetzt.
Dieses Kätzchen dort war doch höchstens drei Monde alt und gehörte an den warmen, schützenden Bauch seiner Mutter, nicht in einen Kampf!
Brach Braunstern etwa selbst diese Regel? Sein Clan war garantiert auch stark genug ohne, dass winzige Jungtiere mitkämpfen und sterben mussten.
Kurzbart warf einen schnellen Blick auf den Kleinen.
„Lauf! Lauf weg, ehe dich jemand tötet!“, zischte er ihm zu, doch das Junge
starrte ihn nur weiter aus panischen Augen an.
Kurzbart wiederholte seine Aufforderung, deutlicher diesmal. Der Kleine
reagierte immer noch nicht.
„Komm schon! Lauf!“ Kurzbart machte eine eindeutige Geste in Richtung des
Lagerausgangs. Er stieß dem kleinen Kerl in die Seite und schubste ihn in die Richtung. Das Junge starrte ihn kurz an, dann fuhr es herum und taumelte davon.
Doch plötzlich löste sich eine andere Katze aus den Schatten…Moorkralle!

Lahmfuß rannte auf Riesenstern zu. Seine lahme Pfote sandte Wellen von
rasendem Schmerz durch seinen ganzen Körper, doch er bremste nicht ab,
obwohl jeder letzter Winkel in ihm danach schrie.
Der Anführer wütete immer noch kraftvoll wie ein schwarz-weißer Wirbelsturm zwischen den feindlichen Kriegern. Mit einem entschlossenen, wütenden Fauchen schlug er einen großen schwarzen Krieger in die Flucht. Lahmfuß erkannte ihn als Weißkehle.
Lahmfuß fühlte einen Stich in der Brust, als er sah, wie verzweifelt der
Anführer das Lager verteidigte. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis auch er ermüden würde.
„Sie werden uns alle töten! Wir haben schon fünf Katzen verloren!“, jaulte er. „Wir müssen flüchten!“
Riesenstern fuhr zu ihm herum. Er sah ihn aus seinen Bernsteinaugen an, und in ihnen spiegelten sich so viele Emotionen, wie Lahmfuß es bei keiner anderen Katze zuvor gesehen hatten.
Plötzlich war Moorkralle bei ihnen, lautlos aus den Schatten aufgetaucht. Seine gelben Augen blitzten hasserfüllt und beinahe…mordlustig, wie Lahmfuß entsetzt bemerkte.
„Und ihnen unser Lager und Territorium ausliefern?“, zischte er. ,„Lieber würde ich kämpfend sterben, als mich von diesem Pack Krähenfraß vertreiben zu
lassen!“ Lahmfuß konnte den Trotz und die Verachtung in seiner Stimme nur zu deutlich
hören.
„Lahmfuß hat recht“, knurrte Riesenstern. Sein Lager Schwanz zuckte unruhig
hin und her. „Wir haben schon zu viele verloren. Wenn wir noch mehr verlieren, wird es in Zukunft keinen WindClan mehr geben.“
„Lass uns jetzt gehen!“, keuchte Lahmfuß, der seine Pfoten kaum mehr spürte.
Riesenstern rief Moorkralle zu, er solle Aschenfuß und die anderen Königinnen
von deren Bau holen und wies Kurzbart und Fetzohr an, alle anderen
Überlebenden zu benachrichtigen.
Weißpfote hörte die Stimme ihres Mentors. Er rief nach ihr.
„Weißpfote? Weißpfote?“
„Ich bin hier!“, schrie sie und bahnte sich einen Weg zu ihm.
„Wir fliehen. Hast du irgendwelche Überlebenden gesehen?“
„Ja…Plätscherpfote liegt dort drüben im Gebüsch, sie ist schwer verletzt…“
„Hol sie! Schnell!“
Sie nickte hastig und verschwand wieder im Gestrüpp.
„Plätscherpfote?“, rief sie ihre Stimme.
Ein Stöhnen antwortete ihr.
„Plätscherpfote, du musst aufstehen! Wir fliehen!“

Kurz darauf scharrten sich alle Krieger, Königinnen und unverletzten Schüler um Aschenfuß, die Jungen, Rindengesicht und die überlebenden vier Ältesten.
Erbittert und mit letzter, verzweifelter Kraft erkämpften sie sich ihren Weg
aus dem Lager hinaus in die Nacht.
Aschenfuß und Morgenblüte, die jeweils eines der beiden völlig verängstigten
Jungen trugen, waren die ersten, die aus dem Ginster in die schützende Dunkelheit der Nacht eintauchten.
Ihnen folgten Drosselschwinge und Plätscherpfote, die am schwersten
Verletztesten, gestützt von Kurzbart und Weißpfote, sowie Weißbeere und die anderen, vor Erschöpfung zitternden Ältesten.
Einer nach dem anderen folgte der Rest der überlebenden Clanmitglieder des WindClans. Sie stürzten und taumelten durch den dornigen Ginster, ihr Blut
sprenkelte den Boden.
Schließlich war nur noch Riesenstern übrig.
„Dies ist nicht das Letzte vom WindClan, Braunstern! Es ist noch nicht vorbei!“,
knurrte er.
„Wo immer ihr hingeht, ich werde euch finden!“, zischte der riesige
SchattenClan-Kater.
Mit diesen Worten verschwand der Anführer des WindClans in den Büschen,
folgte seinem Clan in die Dunkelheit.
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Polarlicht
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BeitragThema: Re: Die WindClan-Chroniken   Mo Aug 08, 2011 5:18 pm

hab ich ja shcon auf WarriorKatzen gepostet das ich die Geschichte supergut finde und das ich hoffe das Plätscherpfote überlebt!

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